Wichtige Infos für Unternehmen in der Corona-Krise

Symbolbild Corona Wirtschaft

Die Corona-Pandemie hat auch für viele Gewerbetreibende gravierende Folgen. Die Bundesregierung, das Land Niedersachsen und die Europäische Union haben Unternehmen deshalb Hilfen in Aussicht gestellt. 
Sie haben Corona-bedingt erhebliche Umsatzausfälle? Dann empfehlen wir Ihnen, sich unbedingt mit Ihrem Steuerberater in Verbindung zu setzen. Er informiert Sie über Möglichkeiten zur Kostensenkung sowie die vereinfachten Möglichkeiten, Kredite und Zuschüsse zu bekommen.
Die aus unserer Sicht wichtigsten Programme haben wir zudem auf dieser Seite zusammen gestellt und nennen Ihnen hilfreiche Ansprechpartner.

Letzte Aktualisierung: 02. Januar 2021

NOVEMBER- und Dezemberhilfe des Bundes

Der aktuelle Lockdown bedeutet vor allem für Händler, Gastronomen, Künstler, die Tourismuswirtschaft und viele weitere Unternehmen eine massive oder gar totale Einschränkung ihrer Geschäftstätigkeit. Ihnen greifen Bund und Länder mit den November- bzw. Dezemberhilfe unter die Arme. Die Novemberhilfen können noch bis zum 31. Januar beantragt werden, eine Beantragung der Dezemberhilfen ist seit Ende Dezember 2020 ebenfalls möglich (Fristende: 31. März 2021).

Antragsberechtigt sind:

  • Direkt betroffene Unternehmen = Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, die aufgrund der aktuellen Verordnung ihren Geschäftsbetrieb einstellen mussten (hierunter fallen auch Beherbungsbetriebe und Veranstaltungsstätten)
  • Indirekt betroffene Unternehmen = Betriebe, die nachweislich und regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt von den Schließungen betroffenen Unternehmen erzielen
  • Unternehmen, die im Auftrag Dritter für von Schließungen betroffener Unternehmen arbeiten (z. B. Veranstaltungsagenturen) und mit diesen Lieferungen und Leistungen regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze erzielen. Diese Unternehmen müssen nachweisen, dass die Umsatzeinbußen aus den Schließungsverordnungen resultieren.
  • Verbundene Unternehmen, wenn verbundweit mehr als 80 Prozent des Gesamtumsatzes auf direkt oder indirekt betroffene Verbundunternehmen entfällt.

Höhe der Förderung: Für jeden Tag der Schließung gibt es einen Zuschuss in Höhe von 75 Prozent des jeweiligen durchschnittlichen Umsatzes im November bzw. Dezember 2019.

  • Soloselbständige können als Vergleichsumsatz alternativ den durchschnittlichen Monatsumsatz im Jahre 2019 zugrunde legen.
  • Wer erst nach Oktober bzw. November 2019 seinen Betrieb aufgenommen hat kann als Berechnungsgrundlage den Oktober 2020 oder den monatlichen Durchschnittsumsatz seit Gründung bis einschließlich 31. Oktober 2020 wählen.
  • Umsätze bis zu einer Höhe von 25 Prozent des Vergleichsumsatzes werden NICHT angerechnet (bei Außer-Haus-Verkauf sind Sonderregelungen zu beachten).
  • Andere staatliche Leistungen wie die Überbrückungshilfe oder das Kurzarbeitergeld, die November 2020 gezahlt werden, werden angerechnet.

Die Antragsstellung ist über eine bundeseinheitliche IT-Plattform möglich. Sie erfolgt durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder steuerberatende Rechtsanwälte. Ausnahmen gelten für Soloselbständige mit einer Höchstfördersumme von 5000 Euro. Sie sind direkt antragsberechtigt.

Abschlagzahlungen: Seit Ende November werden Abschlagszahlungen gewährt. Damit soll sichergestellt werden, dass das Geld schnell bei den Betroffenen ankommt. Soloselbständige bekommen max. 5000 Euro direkt ausgezahlt, andere Unternehmen bis zu 10.000 Euro. Ab 11. Dezember beträgt die Höchstgrenze der Abschlagszahlungen bei Anträgen über Prüfende Dritte 50.000 Euro. 

Auszahlungen und Abschlagszahlungen für die Dezemberhilfe starten voraussichtlich Anfang Januar 2021.

Überbrückungshilfen für Soloselbständige, kleine und mittelständische Unternehmen

Die Corona-Überbrückungshilfen des Bundes sind gedacht für kleine und mittelständische Unternehmen, die infolge der Corona-Pandemie starke Umsatzeinbußen hinnehmen mussten. Hierbei handelt es sich um Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Noch bis zum 31. Januar können Anträge für die Überbrückungshilfe II gestellt werden. Sie beziehen sich auf die Monate September bis Dezember 2020. Seit Anfang 2021 gilt die 3. Phase. 

Die Überbrückungshilfen III gelten bis Ende Juni 2021. Im Vergleich zur 2. Phase der Überbrückungshilfen wird der monatliche Maximalbetrag für alle Unternehmen auf 200.000 Euro pro Monat und für direkt oder indirekt von staatlichen Schließungen betroffene Unternehmen auf 500.000 Euro pro Monat erhöht.

Antragsberechtigt sind Unternehmen, Soloselbstständige und Angehörige der freien Berufe mit einem Jahresumsatz bis 500 Mio. Euro im Jahr 2020, die 2021

  • entweder direkt oder indirekt von den Schließungen betroffen sind und einen Umsatzrückgang von mindestens 30 Prozent zu verzeichnen haben 
  • oder weder direkt noch indirekt von Schließungen betroffen sind, aber Umsatzeinbußen von mindestens 40 Prozent haben

Details dazu, wer wann antragsberechtigt ist, finden Sie auf der Webseite des Bundes.

Die Förderhöhe richtet sich nach dem Ausmaß des erlittenen Umsatzrückgangs:

  • 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 70 Prozent
  • 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 50 Prozent und ≤ 70 Prozent
  • 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 30 Prozent und < 50 Prozent

Soloselbstständige können alternativ zur Fixkostenerstattung für den Zeitraum Dezember 2020 bis Juni 2021 eine einmalige Betriebskostenpauschale – „Neustarthilfe“ – in Höhe von 25 Prozent des Vergleichsumsatzes im Jahr 2019 bis maximal 5.000 Euro bekommen.

Die Antragsstellung erfolgt über die zentrale Plattform des Bundes durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder steuerberatende Rechtsanwälte. Soloselbständige, die Neustarthilfe beantragen, sind hingegen direkt antragsberechtigt.
Das Verfahren für die Überbrückungshilfe III ist derzeit noch in Vorbereitung, allerdings sollen ab Januar 2021 Abschlagszahlungen in einem vereinfachten Antragsverfahren beantragt werden können (max. 50.000 Euro bzw. für Soloselbständige, die im eigenen Namen Anträge stellen max. 5.000 Euro).

NBank

Neustart Niedersachsen Investition: Nicht rückzahlbarer Zuschuss von bis zu 50 Prozent für Investitionen, die zum Klimaschutz beitragen. Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, des Handwerks und der Automobilindustrie, die infolge der Corona-Pandemie zwischen April und Juni 2020 einen Umsatzrückgang verzeichnet haben. Förderhöhe: mindestens 5.000 und maximal 800.000 Euro. Anträge sind über die NBank bis zum 30. November 2020 möglich. Die Investitionen dürfen erst nach dem Zuwendungsbescheid erfolgen. Der Bewilligungszeitraum endet spätestens zum 30.06.2022.

Niedersachsen Schnellkredit: Der Niedersachsen-Schnellkredit unterstützt freiberuflich Tätige, Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in vorübergehende Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Das Programm wird bis zum 30. Juni 2021 verlängert (ursprüngliche Laufzeit bis 31. Dezember 2020). Eine Antragsstellung ist demnach noch bis zum 28. Juni 2021 über die Hausbanken möglich.
Finanziert werden kann der gesamte kurzfristige Liquiditätsbedarf, z.B. laufende Betriebskosten, Löhne und Gehälter, planmäßiger Kapitaldienst sowie Investitionen (Beihilferechtliche Grundlage: Kleinbeihilfenregelung).

Infos zu weiteren Fördermöglichkeiten aus Landesmitteln erhalten Sie auf der Internetseite der NBank. Haben Sie Fragen zu den verschiedenen Programmen? Dann nutzen Sie eine dieser Hotlines:

Hotline der NBank für Unternehmer:
Telefon: 0511 30031-333 
E-Mail: beratung@nbank.de

Hotline des Landes Niedersachsen zum Thema Wirtschaft und Arbeit:
Telefon: 0511 1205757

Kurzarbeitergeld

Die Bundesregierung hat den Zugang zum Kurzarbeitergeld erleichtert, um Arbeitsplätze während der Corona-Pandemie zu erhalten und Kündigungen zu vermeiden. Wenn Aufträge ausbleiben und dadurch mindestens 10% der Belegschaft vom Arbeitsausfall betroffen sind (bisher: 30%), kann das Unternehmen Kurzarbeitergeld beantragen. Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur.
Alle Informationen zum Kurzarbeitergeld und wie Sie es beantragen können, bekommen Sie bei der Bundesagentur für Arbeit. Im Download-Bereich weiter unten auf dieser Seite finden Sie zudem eine Übersicht zum Kurzarbeitergeld.

Hotline der Bundesagentur für Arbeit zum Kurzarbeitergeld:
Telefon: 0800 45555 20 (gebührenfrei)

KfW-Kredite

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, übernimmt Kreditrisiken und erleichtert damit die Bereitschaft von Banken, Kredite an Unternehmen für Betriebsmittel und Investitionen zu vergeben. Die Kredite können alle Untenehmen, unabhängig von ihrer Größe oder ihrem Alter nutzen. Die KfW hat die Voraussetzungen gelockert, die Konditionen verbessert und die Verfahren vereinfacht. Die Risikoübernahme liegt bei 80 bzw. 90 Prozent. Beantragen können Sie entsprechende Kredite ab sofort bei Ihrer Hausbank.

Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministerium haben für den Mittelstand zudem einen neuen KFW-Schnellkredit ins Leben gerufen,  bei dem die Bundesrepublik Deutschland ein 100 prozentiges Haftungsrisiko übernimmt. Der Schnellkredit  war zunächst nur bis zum zum 31. Dezember 2020 vorgesehen, wurde jedoch verlängert. Kredite können demnach noch bis zum 30.06.2021 beantragt werden. Zudem gilt er nun auch für Kleinstunternehmen. Außerdem wurden die Tilgungsregelungen verbessert.

Der Sofortkredit umfasst folgende Eckpunkte: 

  • Antragsberechtigt sind Klein- und Mittelständische Unternehmen sowie Soloselbständige, die mindestens seit dem 1. Januar 2019 am Markt sind sowie im vergangenen Jahr oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre einen Gewinn ausgewiesen haben (bei jüngeren Unternehmen wird nur dieser Zeitraum herangezogen).
  • Das Kreditvolumen pro Unternehmen beträgt bis zu 25% des Jahresumsatzes 2019, maximal jedoch
    • 800.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl über 50 Mitarbeitern,
    • 500.000 Euro für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten und
    • 300.000 Euro für Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten.
  • Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen.
  • Zinssatz: 3 %
  • Laufzeit: 10 Jahre

Die Beantragung erfolgt über die Hausbank. Diese wird durch eine Garantie des Bundes von allen Risiken freigestellt. Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Hierdurch kann der Kredit schnell bewilligt werden.  

Weitere Infos: www.kfw.de

Mieter- und Pächterschutz 

Die Bundesregierung hatte das Recht der Vermieter, Miet- und Pachtverhältnisse wegen Zahlungsrückständen zu kündigen, für einen begrenzten Zeitraum eingeschränkt - zumindest, wenn die Mieter aufgrund finanzieller Auswirkungen der Corona-Pandemie in Zahlungsrückstand geraten. Die Regelung war auf den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni 2020 begrenzt. Der Mieter hat bis zum 30.09.2022 Zeit, die fehlenden Mietzahlungen auszugleichen. Weitere Infos zum Mieterschutz finden Sie hier.

Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und Zahlungmoratorium für Kleinstunternehmen

Die Insolvenzantragspflicht war bis zum 30. September ausgesetzt, sofern die Insolvenz auf den Auswirkungen der Corona-Krise beruht. Zumindest teilweise gilt dies auch weiterhin - nämlich für jene Unternehmen, die sich in der Pandemie überschuldet haben. In diesem Fall muss auch bis Jahresende keine Insolvenz angemeldet werden. Anders sieht es bei Zahlungsunfähigkeit aus. Wer Löhne, Mieten oder andere Verbindlichkeiten schuldig bleibt, muss seit dem 1. Oktober wieder einen Insolvenzantrag einreichen.

Zugleich wurde Kleinstunternehmen (< 10 Personen und < 2 Millionen Euro Umsatz) die Möglichkeit eingeräumt, die Zahlungen für Dauerschuldverhältnisse zum Beispiel für die Lieferung von Strom, Gas, Wasser und Abwasser oder Telekommunikation für dei Monate auszusetzen. Diese Moratoriumsregelung war bis zum 30. Juni 2020 befristet. Zahlungsrückstände müssen bis zum 30.06.2022 ausgeglichen werden.

Weitere Ansprechpartner 

1. Wirtschaftsförderung des Landkreises Vechta

Bund, Land, EU - sie alle versprechen den Unternehmen in der Corona-Krise Hilfe. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Vechta behält den Überblick, welche Fördermöglichkeiten es gibt und informiert Firmen per Newsletter über die vorhandenen und geplanten Programme. Sie ist allerdings selbst kein Fördermittelgeber. 
Möchten Sie ebenfalls den Newsletter empfangen oder haben grundsätzliche Fragen zu staatlichen Hilfen, melden Sie sich bitte bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises.

Landkreis Vechta - Amt für Wirtschaftsförderung
Straße:
Ravensberger Str. 20
PLZ/Ort:
49377 Vechta

2. IHK Oldenburg

Auch die IHK Oldenburg gibt auf ihrer Internetseite einen guten Überblick über Finanzierungshilfen, arbeitsrechtliche Fragen, Kurzarbeitergeld oder auch Tipps für den Handel und Gastgewerbe zum Umgang mit der Geschäftsschließung. Außerdem beantwortet die IHK weitergehende Fragen mit Bezug zum Coronavirus über ein Service-Telefon.

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Weitere Infos

Ansprechpartner

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Anne Nußwaldt
Telefon: 04442 886-1301
Rathaus der Stadt Lohne Vogtstraße 26 49393 Lohne
3. Obergeschoss
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  • Referent
  • Marketing / Wirtschaftsförderung / Öffentlichkeitsarbeit