Wichtige Infos für Unternehmen in der Corona-Krise

Symbolbild Corona Wirtschaft

Die Corona-Pandemie hat auch für viele Gewerbetreibende gravierende Folgen. Die Bundesregierung, das Land Niedersachsen und die Europäische Union haben Unternehmen deshalb Hilfen in Aussicht gestellt. 
Sie haben Corona-bedingt erhebliche Umsatzausfälle? Dann empfehlen wir Ihnen, sich unbedingt mit Ihrem Steuerberater in Verbindung zu setzen. Er informiert Sie über Möglichkeiten zur Kostensenkung sowie die vereinfachten Möglichkeiten, Kredite und Zuschüsse zu bekommen.
Die aus unserer Sicht wichtigsten Programme haben wir zudem auf dieser Seite zusammen gestellt und nennen Ihnen hilfreiche Ansprechpartner.

Letzte Aktualisierung: 12. Oktober 2020

Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen

Die Corona-Überbrückungshilfen des Bundes sind gedacht für kleine und mittelständische Unternehmen, die infolge der Corona-Pandemie starke Umsatzeinbußen hinnehmen mussten. Diese gehen nun in die 2. Phase. Voraussichtlich ab Mitte Oktober können dann Anträge für die 2. Förderperiode eingereicht werden (Fördermonate September bis Dezember 2020). Die Zugangsbedingungen wurden verbessert (keine Deckelung der Förderhöhe bei Klein- und Kleinstunternehmen, höhere Fördersätze, Förderung bereits bei weniger massiven Umsatzeinbußen).

Antragsberechtigt in der 2. Phase sind Unternehmen und Organisationen aller Wirtschaftsbereiche einschließlich gemeinnützigen Unternehmen und Einrichtungen, Soloselbstständige und Freiberufler, die

  • entweder zwischen April und August 2020 in zwei zusammenhängenden Monaten mindestens 50% weniger Umsatz gegenüber den Vorjahresmonaten erzielt haben 
  • oder die im selben Zeitraum im Durchschnitt mindestens 30% weniger Umsatz gemacht haben.

Die Höhe der Überbrückungshilfe richtet sich nach dem Ausmaß des erlittenen Umsatzrückgangs.

  • 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 70 Prozent
  • 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 50 Prozent und ≤ 70 Prozent
  • 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 30 Prozent und < 50 Prozent

Maximal werden 50.000 Euro pro Monat und Unternehmen gezahlt. Anträge müssen über einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer über eine eigene Antragsplattform von Bund und Ländern. Bewilligt werden die Gelder von der NBank.

Hier bekommen Sie weitere Infos und Antworten auf Ihre Fragen:

  • Hotline des Bundeswirtschaftsministeriums für allgemeine wirtschaftsbezogene Fragen: 
    030 12002-1031 und -1032, erreichbar: Mo-Fr von 9-17 Uhr

  • Ausführliche Informationen zu sämtlichen Bundeshilfen finden Sie auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums

NBank

  • Digitalbonus.Niedersachsen: Zuschuss von bis zu 10.000 Euro für die Digitalisierung von Unternehmen in der Corona-Krise. Gefördert wird Homeoffice-, Videokonferenz- und Telemedizintechnik. Direkt nach erfolgreicher Antragstellung im Kundenportal der NBank kann die Beschaffung erfolgen (= vorzeitiger Maßnahmenbeginn).
  • Neustart Niedersachsen Investition: Nicht rückzahlbarer Zuschuss von bis zu 50 Prozent für Investitionen, die zum Klimaschutz beitragen. Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, des Handwerks und der Automobilindustrie, die infolge der Corona-Pandemie zwischen April und Juni 2020 einen Umsatzrückgang verzeichnet haben. Förderhöhe: mindestens 5.000 und maximal 800.000 Euro. Anträge sind über die NBank bis zum 30. November 2020 möglich. Die Investitionen dürfen erst nach dem Zuwendungsbescheid erfolgen. Der Bewilligungszeitraum endet spätestens zum 30.06.2022.

Infos zu weiteren Fördermöglichkeiten aus Landesmitteln erhalten Sie auf der Internetseite der NBank. Haben Sie Fragen zu den verschiedenen Programmen? Dann nutzen Sie eine dieser Hotlines:

Hotline der NBank für Unternehmer:
Telefon: 0511 30031-333 
Erreichbarkeit: Mo-Fr von 8-17 Uhr
E-Mail: beratung@nbank.de

Hotline des Landes Niedersachsen zum Thema Wirtschaft und Arbeit:
Telefon: 0511 1205757
Erreichbarkeit: Mo-Fr von 8-20 Uhr

Kurzarbeitergeld

Die Bundesregierung hat den Zugang zum Kurzarbeitergeld erleichtert, um Arbeitsplätze während der Corona-Pandemie zu erhalten und Kündigungen zu vermeiden. Wenn Aufträge ausbleiben und dadurch mindestens 10% der Belegschaft vom Arbeitsausfall betroffen sind (bisher: 30%), kann das Unternehmen Kurzarbeitergeld beantragen. Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur.
Alle Informationen zum Kurzarbeitergeld und wie Sie es beantragen können, bekommen Sie bei der Bundesagentur für Arbeit. Im Download-Bereich weiter unten auf dieser Seite finden Sie zudem eine Übersicht zum Kurzarbeitergeld.

Hotline der Bundesagentur für Arbeit zum Kurzarbeitergeld:
Telefon: 0800 45555 20 (gebührenfrei)
Erreichbarkeit: Mo-Fr von 8-18 Uhr

KfW-Kredite

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, übernimmt Kreditrisiken und erleichtert damit die Bereitschaft von Banken, Kredite an Unternehmen für Betriebsmittel und Investitionen zu vergeben. Die Kredite können alle Untenehmen, unabhängig von ihrer Größe oder ihrem Alter nutzen. Die KfW hat die Voraussetzungen gelockert, die Konditionen verbessert und die Verfahren vereinfacht. Die Risikoübernahme liegt bei 80 bzw. 90 Prozent. Beantragen können Sie entsprechende Kredite ab sofort bei Ihrer Hausbank.

Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministerium haben für den Mittelstand zudem einen neuen KFW-Schnellkredit ins Leben gerufen,  bei dem die Bundesrepublik Deutschland ein 100 prozentiges Haftungsrisiko übernimmt. Beantragen können ihn mittelständische Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten, die mindestens seit dem 1. Januar 2019 am Markt sind sowie im vergangenen Jahr oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre einen Gewinn ausgewiesen haben. Der Schnellkredit kann noch bis zum 31. Dezember 2020 beantragt werden.

Der Sofortkredit umfasst folgende Eckpunkte: 

Unter der Voraussetzung, dass ein mittelständisches Unternehmen im Jahr 2019 oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre einen Gewinn ausgewiesen hat, soll ein "Sofortkredit" mit folgenden Eckpunkten gewährt werden: 

  • Das Kreditvolumen pro Unternehmen beträgt bis zu drei Monatsumsätzen des Jahresumsatzes 2019, maximal jedoch 800.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl über 50 Mitarbeitern bzw. maximal 500.000 Euro für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten 
  • Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen.
  • Zinssatz: 3 %
  • Laufzeit: 10 Jahre
  • Beantragung über die Hausbank, diese wird durch eine Garantie des Bundes von allen Risiken freigestellt  
  • Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Hierdurch kann der Kredit schnell bewilligt werden.  

Weitere Infos: www.kfw.de

Mieter- und Pächterschutz 

Die Bundesregierung hatte das Recht der Vermieter, Miet- und Pachtverhältnisse wegen Zahlungsrückständen zu kündigen, für einen begrenzten Zeitraum eingeschränkt - zumindest, wenn die Mieter aufgrund finanzieller Auswirkungen der Corona-Pandemie in Zahlungsrückstand geraten. Die Regelung war auf den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni 2020 begrenzt. Der Mieter hat bis zum 30.09.2022 Zeit, die fehlenden Mietzahlungen auszugleichen. Weitere Infos zum Mieterschutz finden Sie hier.

Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und Zahlungmoratorium für Kleinstunternehmen

Die Insolvenzantragspflicht war bis zum 30. September ausgesetzt, sofern die Insolvenz auf den Auswirkungen der Corona-Krise beruht. Zumindest teilweise gilt dies auch weiterhin - nämlich für jene Unternehmen, die sich in der Pandemie überschuldet haben. In diesem Fall muss auch bis Jahresende keine Insolvenz angemeldet werden. Anders sieht es bei Zahlungsunfähigkeit aus. Wer Löhne, Mieten oder andere Verbindlichkeiten schuldig bleibt, muss seit dem 1. Oktober wieder einen Insolvenzantrag einreichen.

Zugleich wurde Kleinstunternehmen (< 10 Personen und < 2 Millionen Euro Umsatz) die Möglichkeit eingeräumt, die Zahlungen für Dauerschuldverhältnisse zum Beispiel für die Lieferung von Strom, Gas, Wasser und Abwasser oder Telekommunikation für dei Monate auszusetzen. Diese Moratoriumsregelung war bis zum 30. Juni 2020 befristet. Zahlungsrückstände müssen bis zum 30.06.2022 ausgeglichen werden.

Weitere Ansprechpartner 

1. Wirtschaftsförderung des Landkreises Vechta

Bund, Land, EU - sie alle versprechen den Unternehmen in der Corona-Krise Hilfe. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Vechta behält den Überblick, welche Fördermöglichkeiten es gibt und informiert Firmen per Newsletter über die vorhandenen und geplanten Programme. Sie ist allerdings selbst kein Fördermittelgeber. 
Möchten Sie ebenfalls den Newsletter empfangen oder haben grundsätzliche Fragen zu staatlichen Hilfen, melden Sie sich bitte bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises.

Landkreis Vechta - Amt für Wirtschaftsförderung
Straße:
Ravensberger Str. 20
PLZ/Ort:
49377 Vechta

2. IHK Oldenburg

Auch die IHK Oldenburg gibt auf ihrer Internetseite einen guten Überblick über Finanzierungshilfen, arbeitsrechtliche Fragen, Kurzarbeitergeld oder auch Tipps für den Handel und Gastgewerbe zum Umgang mit der Geschäftsschließung. Außerdem beantwortet die IHK weitergehende Fragen mit Bezug zum Coronavirus über ein Service-Telefon.

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Weitere Infos

Ansprechpartner

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Anne Nußwaldt
Telefon: 04442 886-1301
Rathaus der Stadt Lohne Vogtstraße 26 49393 Lohne
3. Obergeschoss
324
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  • Referent
  • Marketing / Wirtschaftsförderung / Öffentlichkeitsarbeit