Wichtige Infos für Unternehmen in der Corona-Krise

Symbolbild Corona Wirtschaft

Geschäfte sind geschlossen, Aufträge storniert, Dienstleistungen können nicht mehr erbracht werden. Die Corona-Pandemie hat auch für viele Gewerbetreibende gravierende Folgen. Die Bundesregierung, das Land Niedersachsen und die Europäische Union haben Unternehmen deshalb schnelle Hilfen in Aussicht gestellt. Aktuell gibt es immer wieder neue Präzisierungen und Ergänzungen der Programme.
Wir empfehlen Ihnen, sich unbedingt mit Ihrem Steuerberater in Verbindung zu setzen. Er informiert Sie über Möglichkeiten zur Kostensenkung - z. B. durch Beantragung von Kurzarbeitergeld, Steuerstundung oder das Herabsetzen von Steuervorauszahlungen für das laufende Jahr - sowie die vereinfachten Möglichkeiten, Kredite und Zuschüsse zu bekommen.
Die aus unserer Sicht wichtigsten Programme haben wir zudem auf dieser Seite zusammen gestellt und nennen Ihnen für Sie wichtige Ansprechpartner.

Letzte Aktualisierung: 20. April 2020, 16 Uhr

Corona-Hilfen von Land und Bund

Unternehmen können bei der NBank Anträge auf finanzielle Hilfen aus Bundes- und Landesmitteln stellen. Die zunächst ins Leben gerufene Niedersachsen-Soforthilfe Corona ist zum 31. März ausgelaufen, stattdessen gilt nun eine gemeiname neue Richtlinie für die Corona-Soforthilfen aus Bundes- und Landesmitteln. Unternehmen, die bereits einen Antrag nach der alten Richtlinie gestellt bzw. bewilligt bekommen haben, können zusätzlich eine Förderung aus Bundesmitteln beantragen - vorausgesetzt die Förderung aus Landesmitteln ist nicht ausreichend. Stellen Sie in diesem Fall einen Antrag auf „Niedersachsen-Soforthilfe Corona mit finanzieller Unterstützung des Bundes“ bei der NBank. Bereits bewilligte Gelder werden angerechnet bzw. verrechnet.

Ziel der neuen Richtlinien ist, die wirtschaftliche Existenz der Antragsteller zu sichern und aktuelle Liquiditätsenpässe zu überbrücken, die entstehen, weil weiterhin Betriebskosten beglichen werden müssen. Darunter fallen z. B. Mieten und Pachten, Kredite für Betriebsräume und Leasingraten. Lebenshaltungskosten zählen nicht dazu. Zu ihrer Abdeckung müssen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch ll (SGB ll), insbesondere nach dem Arbeitslosengeld ll, beantragt werden. Das Bundeswirtschaftsministerium will den Zugang erleichtern.

Förderberechtigt ist, wer in Folge der Corona-Krise in eine existenzbedrohliche Wirtschaftslage und / oder Liquiditätsengpässe geraten ist. Die Antragsfrist endet am 31. Mai 2020.

Die neuen Förderbedingungen sehen wie folgt aus:

  1. Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige
    Antragsberechtigt sind kleine Unternehmen (einschließlich Unternehmen der landwirtschaftlichen Urproduktion, Künstler, Kulturschaffende sowie wirtschaftlich tätige Vereine) sowie Soloselbstständige und Angehörige der freien Berufe mit bis zu 10 Beschäftigten. Die Höhe der Förderung ist abhängig von der Zahl der Beschäftigten und liegt zwischen 3.000 Euro bis zu 15.000 Euro.
     
  2. Corona-Soforthilfe für kleine Unternehmen 
    Antragsberechtigt sind kleine Unternehmen (einschließlich Unternehmen der landwirtschaftlichen Urproduktion) und Angehörige der freien Berufe mit 11 bis 49 Beschäftigten. Die Höhe der Förderung ist abhängig von der Zahl der Beschäftigten und liegt zwischen 20.000 Euro bis zu 25.000 Euro.Alle notwendigen Antragsunterlagen und Informationen

    Alle notwendigen Antragsunterlagen und Informationen zur Corona-Soforthilfe gibt es auf der Seite NBank-Soforthilfe. Anträge können ausschließlich im Originalformat (pdf) berücksichtigt werden und müssen an antrag@soforthilfe.nbank.de geschickt werden.

Antworten auf häufige Fragen zu den Soforthilfen finden Sie hier. Wir empfehlen Ihnen zudem eine Anmeldung für den Sonder-Newsletter, der Sie tagesaktuell über die verschiedenen Antragsverfahren auf dem Laufenden hält.

Auf der Internetseite der NBank erhalten Sie zudem Informationen zu weiteren Fördermöglichkeiten aus Landesmitteln. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Niedersachsen-Liquiditätskredit: Direkte Kredite der NBank zwischen 5.000 und maximal 50.000 Euro an Freiberufler und Unternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitern. Unternehmen müssen keine Sicherheiten erbringen. Das Darlehen läuft über 10 Jahre und ist zwei Jahre zins- und tilgungsfrei. Voraussetzung ist ein tragfähiges Geschäftsmodell. Größere Unternehmen erhalten aus Bundesmitteln einen KfW-Schnellkredit (s. unten).
  • Digitalbonus.Niedersachsen: Zuschuss von bis zu 10.000 Euro für die Digitalisierung von Unternehmen in der Corona-Krise. Gefördert wird Homeoffice-, Videokonferenz- und Telemedizintechnik. Direkt nach erfolgreicher Antragstellung im Kundenportal der NBank kann die Beschaffung erfolgen (= vorzeitiger Maßnahmenbeginn).

Hotline der NBank für Unternehmer (nur bei wirklich dringlichen Fragen):
Telefon: 0511 30031-333 
Erreichbarkeit: Mo-Fr von 8-17 Uhr und vorrübergehend auch Sa von 9-15 Uhr
E-Mail: beratung@nbank.de

  • Aufgrund der vielen Anfragen zum Antragsverfahren für die Soforthilfe bekommt die NBank bei der telefonischen Beratung Unterstützung von den regionalen Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern. Die NBank bittet Unternehmer, möglichst diese Ansprechpartner zu nutzen:
    IHK Oldenburg: 0441 2220-317
    Handwerkskammer Oldenburg: 0441 232-248

Hotline des Landes Niedersachsen zum Thema Wirtschaft und Arbeit:
Telefon: 0511 1205757
Erreichbarkeit: Mo-Fr von 8-20 Uhr

Hotline des Bundeswirtschaftsministeriums für allgemeine wirtschaftsbezogene Fragen: 
Telefon: 030 18615 1515
Erreichbarkeit: Mo-Fr von 9-17 Uhr

Kurzarbeitergeld

Die Bundesregierung hat den Zugang zum Kurzarbeitergeld erleichtert, um Arbeitsplätze während der Corona-Pandemie zu erhalten und Kündigungen zu vermeiden. Wenn Aufträge ausbleiben und dadurch mindestens 10% der Belegschaft vom Arbeitsausfall betroffen sind (bisher: 30%), kann das Unternehmen Kurzarbeitergeld beantragen. Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur.
Alle Informationen zum Kurzarbeitergeld und wie Sie es beantragen können, bekommen Sie bei der Bundesagentur für Arbeit. Im Download-Bereich weiter unten auf dieser Seite finden Sie zudem eine Übersicht zum Kurzarbeitergeld.

Hotline der Bundesagentur für Arbeit zum Kurzarbeitergeld:
Telefon: 0800 45555 20 (gebührenfrei)
Erreichbarkeit: Mo-Fr von 8-18 Uhr

KfW-Kredite

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, übernimmt Kreditrisiken und erleichtert damit die Bereitschaft von Banken, Kredite an Unternehmen für Betriebsmittel und Investitionen zu vergeben. Die Kredite können alle Untenehmen, unabhängig von ihrer Größe oder ihrem Alter nutzen. Die KfW hat die Voraussetzungen gelockert, die Konditionen verbessert und die Verfahren vereinfacht. Die Risikoübernahme liegt bei 80 bzw. 90 Prozent. Beantragen können Sie entsprechende Kredite ab sofort bei Ihrer Hausbank.

Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministerium haben für den Mittelstand zudem einen neuen KFW-Schnellkredit ins Leben gerufen,  bei dem die Bundesrepublik Deutschland ein 100 prozentiges Haftungsrisiko übernimmt. Beantragen können ihn mittelständische Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten, die mindestens seit dem 1. Januar 2019 am Markt sind sowie im vergangenen Jahr oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre einen Gewinn ausgewiesen haben. Der Schnellkredit kann ab dem 15. April beantragt werden.

Der Sofortkredit umfasst folgende Eckpunkte: 

Unter der Voraussetzung, dass ein mittelständisches Unternehmen im Jahr 2019 oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre einen Gewinn ausgewiesen hat, soll ein "Sofortkredit" mit folgenden Eckpunkten gewährt werden: 

  • Das Kreditvolumen pro Unternehmen beträgt bis zu drei Monatsumsätzen des Jahresumsatzes 2019,
    maximal jedoch  800.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl über 50 Mitarbeitern bzw. 
    maximal 500.000 Euro für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten 
  • Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen.
  • Zinssatz: 3 %
  • Laufzeit: 10 Jahre
  • Beantragung über die Hausbank, diese wird durch eine Garantie des Bundes von allen Risiken freigestellt  
  • Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Hierdurch kann der Kredit schnell bewilligt werden.  

Weitere Infos: www.kfw.de

Mieter- und Pächterschutz 

Die Bundesregierung hat das Recht der Vermieter, Miet- und Pachtverhältnisse wegen Zahlungsrückständen zu kündigen, für einen begrenzten Zeitraum eingeschränkt - zumindest, wenn die Mieter aufgrund finanzieller Auswirkungen der Corona-Pandemie in Zahlungsrückstand geraten. Die Regelung ist auf den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni 2020 begrenzt. Der Mieter hat 24 Monate Zeit, die fehlenden Mietzahlungen auszugleichen. Erst danach kann ihm wieder gekündigt werden. Weitere Infos zum Mieterschutz finden Sie hier.

Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und Zahlungmoratorium für Kleinstunternehmen

Die Insolvenzantragspflicht ist bis zum 30. September ausgesetzt, sofern die Insolvenz auf den Auswirkungen der Corona-Krise beruht. So soll vermieden werden, dass Unternehmen, die auf die Auszahlung öffentlicher Hilfen warten oder andere Finanzierungsverhandlungen führen, Insolvenz anmelden müssen, obwohl die Aussicht zur Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit besteht.

Zugleich wird Kleinstunternehmen (< 10 Personen und < 2 Millionen Euro Umsatz) die Möglichkeit eingeräumt, die Zahlungen für Dauerschuldverhältnisse zum Beispiel für die Lieferung von Strom, Gas, Wasser und Abwasser oder Telekommunikation für dei Monate auszusetzen. Diese Moratoriumsregelung ist bis zum 30. Juni 2020 befristet.

Weitere Ansprechpartner 

1. Wirtschaftsförderung des Landkreises Vechta

Bund, Land, EU - sie alle versprechen den Unternehmen in der Corona-Krise Hilfe. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Vechta behält den Überblick, welche Fördermöglichkeiten es gibt und informiert Firmen per Newsletter über die vorhandenen und geplanten Programme. Sie ist allerdings selbst kein Fördermittelgeber. 
Möchten Sie ebenfalls den Newsletter empfangen oder haben grundsätzliche Fragen zu staatlichen Hilfen, melden Sie sich bitte bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises.

Landkreis Vechta - Amt für Wirtschaftsförderung
Straße:
Ravensberger Str. 20
PLZ/Ort:
49377 Vechta

2. IHK Oldenburg

Auch die IHK Oldenburg gibt auf ihrer Internetseite einen guten Überblick über Finanzierungshilfen, arbeitsrechtliche Fragen, Kurzarbeitergeld oder auch Tipps für den Handel und Gastgewerbe zum Umgang mit der Geschäftsschließung. Außerdem beantwortet die IHK weitergehende Fragen mit Bezug zum Coronavirus über ein Service-Telefon.

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Weitere Infos

Ansprechpartner

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Anne Nußwaldt
Telefon: 04442 886-1301
Rathaus der Stadt Lohne Vogtstraße 26 49393 Lohne
3. Obergeschoss
322
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  • Referent
  • Marketing / Wirtschaftsförderung / Öffentlichkeitsarbeit