Wichtige Infos für Unternehmen in der Corona-Krise

Symbolbild Corona Wirtschaft

Geschäften waren geschlossen, die Kaufzurückhaltung ist groß, Aufträge sind storniert, Dienstleistungen können oder konnten nicht erbracht werden. Die Corona-Pandemie hat auch für viele Gewerbetreibende gravierende Folgen. Die Bundesregierung, das Land Niedersachsen und die Europäische Union haben Unternehmen deshalb Hilfen in Aussicht gestellt. 
Wir empfehlen Ihnen, sich unbedingt mit Ihrem Steuerberater in Verbindung zu setzen. Er informiert Sie über Möglichkeiten zur Kostensenkung sowie die vereinfachten Möglichkeiten, Kredite und Zuschüsse zu bekommen.
Die aus unserer Sicht wichtigsten Programme haben wir zudem auf dieser Seite zusammen gestellt und nennen Ihnen für Sie wichtige Ansprechpartner.

Letzte Aktualisierung: 08. Juli 2020

Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen

Seit dem 8. Juli können Unternehmen die neuen Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen beantragen. Sie sollen helfen Umsatzrückgänge infolge der Corona-Krise abzumildern. Die Anträge müssen zwingend über einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer gestellt werden. Hierzu haben der Bund und die Länder eine neue Antragsplattform eingerichtet. Bewilligt werden die Gelder von der NBank.

Antragsberechtigt sind Unternehmen und Organisationen aller Wirtschaftsbereiche einschließlich gemeinnützigen Unternehmen bzw. Sozialunternehmen, Organisationen und Vereine, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind (wie Jugendherbergen, Träger der politischen Bildung oder Einrichtungen der Behindertenhilfe). Auch Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb können einen Antrag stellen.

Voraussetzung für eine Förderung ist, dass Ihr Umsatz im April und Mai 2020 im Vergleich zu den Vorjahresmonaten im Durchschnitt um mindestens 60 Prozent eingebrochen ist. Bei jüngeren Unternehmen, die April 2019 gegründet wurden, werden die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich herangezogen.

Die Förderhöhe ist abhängig von den erwarteten Umsatzeinbrüchen: 

  • 80 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 70 Prozent
  • 50 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 50 Prozent und ≤ 70 Prozent
  • 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 40 Prozent und < 50 Prozent

Als förderfähige Kosten gelten fixe Betriebskosten wie Miete und Pachten, Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen, Kosten für Auszubildene, Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen. Unternehmerlohn ist nicht förderfähig.

Die Fördersumme ist abhängig von der Betriebsgröße und liegt bei maximal 50.000 Euro pro Monat. Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten bekommen maximal 3.000 Euro pro Monat, Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten 5.000 Euro pro Monat. Die maximalen Erstattungsbeträge für kleine Unternehmen können in begründeten Ausnahmefällen überschritten werden.

Der Förderzeitraum ist auf maximal drei Monate angelegt (Juni, Juli und August 2020). Die Antragsfrist endet am 31. August 2020. 

Hier bekommen Sie weitere Infos und Antworten auf Ihre Fragen:

  • Hotline des Bundeswirtschaftsministeriums für allgemeine wirtschaftsbezogene Fragen: 
    030 12002-1031 und -1032, erreichbar: Mo-Fr von 9-17 Uhr

  • Ausführliche Informationen zu sämtlichen Bundeshilfen finden Sie auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums

NBank

Nach dem Auslaufen der Corona-Soforthilfen können bei der NBank unter anderem der Niedersachsen-Liquiditätskredit sowie der Digitalbonus.Niedersachsen weiterhin beantragt werden. 

  • Niedersachsen-Liquiditätskredit: Direkte Kredite der NBank zwischen 5.000 und maximal 50.000 Euro an Freiberufler und Unternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitern. Unternehmen müssen keine Sicherheiten erbringen. Das Darlehen läuft über 10 Jahre und ist zwei Jahre zins- und tilgungsfrei. Voraussetzung ist ein tragfähiges Geschäftsmodell. Größere Unternehmen erhalten aus Bundesmitteln einen KfW-Schnellkredit (s. unten).
  • Digitalbonus.Niedersachsen: Zuschuss von bis zu 10.000 Euro für die Digitalisierung von Unternehmen in der Corona-Krise. Gefördert wird Homeoffice-, Videokonferenz- und Telemedizintechnik. Direkt nach erfolgreicher Antragstellung im Kundenportal der NBank kann die Beschaffung erfolgen (= vorzeitiger Maßnahmenbeginn).

Infos zu weiteren Fördermöglichkeiten aus Landesmitteln erhalten Sie auf der Internetseite der NBank. Haben Sie Fragen zu den verschiedenen Programmen? Dann nutzen Sie eine dieser Hotlines:

Hotline der NBank für Unternehmer:
Telefon: 0511 30031-333 
Erreichbarkeit: Mo-Fr von 8-17 Uhr
E-Mail: beratung@nbank.de

Hotline des Landes Niedersachsen zum Thema Wirtschaft und Arbeit:
Telefon: 0511 1205757
Erreichbarkeit: Mo-Fr von 8-20 Uhr

Kurzarbeitergeld

Die Bundesregierung hat den Zugang zum Kurzarbeitergeld erleichtert, um Arbeitsplätze während der Corona-Pandemie zu erhalten und Kündigungen zu vermeiden. Wenn Aufträge ausbleiben und dadurch mindestens 10% der Belegschaft vom Arbeitsausfall betroffen sind (bisher: 30%), kann das Unternehmen Kurzarbeitergeld beantragen. Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur.
Alle Informationen zum Kurzarbeitergeld und wie Sie es beantragen können, bekommen Sie bei der Bundesagentur für Arbeit. Im Download-Bereich weiter unten auf dieser Seite finden Sie zudem eine Übersicht zum Kurzarbeitergeld.

Hotline der Bundesagentur für Arbeit zum Kurzarbeitergeld:
Telefon: 0800 45555 20 (gebührenfrei)
Erreichbarkeit: Mo-Fr von 8-18 Uhr

KfW-Kredite

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, übernimmt Kreditrisiken und erleichtert damit die Bereitschaft von Banken, Kredite an Unternehmen für Betriebsmittel und Investitionen zu vergeben. Die Kredite können alle Untenehmen, unabhängig von ihrer Größe oder ihrem Alter nutzen. Die KfW hat die Voraussetzungen gelockert, die Konditionen verbessert und die Verfahren vereinfacht. Die Risikoübernahme liegt bei 80 bzw. 90 Prozent. Beantragen können Sie entsprechende Kredite ab sofort bei Ihrer Hausbank.

Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministerium haben für den Mittelstand zudem einen neuen KFW-Schnellkredit ins Leben gerufen,  bei dem die Bundesrepublik Deutschland ein 100 prozentiges Haftungsrisiko übernimmt. Beantragen können ihn mittelständische Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten, die mindestens seit dem 1. Januar 2019 am Markt sind sowie im vergangenen Jahr oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre einen Gewinn ausgewiesen haben. Der Schnellkredit kann ab dem 15. April beantragt werden.

Der Sofortkredit umfasst folgende Eckpunkte: 

Unter der Voraussetzung, dass ein mittelständisches Unternehmen im Jahr 2019 oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre einen Gewinn ausgewiesen hat, soll ein "Sofortkredit" mit folgenden Eckpunkten gewährt werden: 

  • Das Kreditvolumen pro Unternehmen beträgt bis zu drei Monatsumsätzen des Jahresumsatzes 2019, maximal jedoch 800.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl über 50 Mitarbeitern bzw. maximal 500.000 Euro für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten 
  • Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen.
  • Zinssatz: 3 %
  • Laufzeit: 10 Jahre
  • Beantragung über die Hausbank, diese wird durch eine Garantie des Bundes von allen Risiken freigestellt  
  • Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Hierdurch kann der Kredit schnell bewilligt werden.  

Weitere Infos: www.kfw.de

Mieter- und Pächterschutz 

Die Bundesregierung hatte das Recht der Vermieter, Miet- und Pachtverhältnisse wegen Zahlungsrückständen zu kündigen, für einen begrenzten Zeitraum eingeschränkt - zumindest, wenn die Mieter aufgrund finanzieller Auswirkungen der Corona-Pandemie in Zahlungsrückstand geraten. Die Regelung war auf den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni 2020 begrenzt. Der Mieter hat bis zum 30.09.2022 Zeit, die fehlenden Mietzahlungen auszugleichen. Weitere Infos zum Mieterschutz finden Sie hier.

Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und Zahlungmoratorium für Kleinstunternehmen

Die Insolvenzantragspflicht ist bis zum 30. September ausgesetzt, sofern die Insolvenz auf den Auswirkungen der Corona-Krise beruht. So soll vermieden werden, dass Unternehmen, die auf die Auszahlung öffentlicher Hilfen warten oder andere Finanzierungsverhandlungen führen, Insolvenz anmelden müssen, obwohl die Aussicht zur Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit besteht.

Zugleich wurde Kleinstunternehmen (< 10 Personen und < 2 Millionen Euro Umsatz) die Möglichkeit eingeräumt, die Zahlungen für Dauerschuldverhältnisse zum Beispiel für die Lieferung von Strom, Gas, Wasser und Abwasser oder Telekommunikation für dei Monate auszusetzen. Diese Moratoriumsregelung war bis zum 30. Juni 2020 befristet. Zahlungsrückstände müssen bis zum 30.06.2022 ausgeglichen werden.

Weitere Ansprechpartner 

1. Wirtschaftsförderung des Landkreises Vechta

Bund, Land, EU - sie alle versprechen den Unternehmen in der Corona-Krise Hilfe. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Vechta behält den Überblick, welche Fördermöglichkeiten es gibt und informiert Firmen per Newsletter über die vorhandenen und geplanten Programme. Sie ist allerdings selbst kein Fördermittelgeber. 
Möchten Sie ebenfalls den Newsletter empfangen oder haben grundsätzliche Fragen zu staatlichen Hilfen, melden Sie sich bitte bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises.

Landkreis Vechta - Amt für Wirtschaftsförderung
Straße:
Ravensberger Str. 20
PLZ/Ort:
49377 Vechta

2. IHK Oldenburg

Auch die IHK Oldenburg gibt auf ihrer Internetseite einen guten Überblick über Finanzierungshilfen, arbeitsrechtliche Fragen, Kurzarbeitergeld oder auch Tipps für den Handel und Gastgewerbe zum Umgang mit der Geschäftsschließung. Außerdem beantwortet die IHK weitergehende Fragen mit Bezug zum Coronavirus über ein Service-Telefon.

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Weitere Infos

Ansprechpartner

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Anne Nußwaldt
Telefon: 04442 886-1301
Rathaus der Stadt Lohne Vogtstraße 26 49393 Lohne
3. Obergeschoss
322
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  • Referent
  • Marketing / Wirtschaftsförderung / Öffentlichkeitsarbeit