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Stadt Lohne trauert um Ehrenbürger Hans Diekmann

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Veröffentlicht am: 01.08.2026
Ehemaliger Bürgermeister wurde 88 Jahre alt

HansDiekmann_FotoPrivat Die Stadt Lohne trauert um ihren Ehrenbürger und ehemaligen ehrenamtlichen Bürgermeister Hans Diekmann. Er verstarb in den frühen Morgenstunden des 29. Juli nach langer, schwerer Krankheit im Lohner Krankenhaus. Mit ihm verliert Lohne einen Menschen, der das Gesicht der Stadt über Jahrzehnte geprägt hat – als Kommunalpolitiker, Ehrenamtlicher und vor allem als Mensch.

Wer Hans Diekmann begegnete, erlebte einen Menschenfreund, der aufmerksam zuhörte, nie das Verbindende aus dem Blick verlor und sich aufrichtig für sein Gegenüber interessierte. Sein großes Pflichtgefühl, sein selbstloser Einsatz und seine Bescheidenheit zeichneten ihn ebenso aus wie sein vielseitiges Interesse am gesellschaftlichen Leben seiner Heimatstadt. Selbst schwere persönliche Schicksalsschläge – darunter der frühe Tod seiner Tochter Monika im Jahr 1998 sowie später der Verlust einer Enkelin – konnten ihm diese menschliche Wärme und seinen Optimismus nicht nehmen.

Hans Diekmann wurde am 24. April 1938 in Lohne geboren. Seine Heimatstadt blieb über sein gesamtes Leben Mittelpunkt seines Wirkens. Seit dem 15. August 1963 war er mit seiner Ehefrau Gisela verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Familie, Beruf, Ehrenamt und das Wohl seiner Heimatstadt prägten sein Leben gleichermaßen.

„Mit Hans Diekmann verliert Lohne einen Menschen, der unsere Stadt über viele Jahrzehnte mit Umsicht, Besonnenheit und großer Verbundenheit begleitet hat. Er war nicht nur Ehrenbürger unserer Stadt, sondern auch ein geschätzter Ehrenkollege. Auch lange nach dem Ende seiner aktiven Zeit hielt er engen Kontakt zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus. Er hatte stets für jeden ein freundliches Wort“, erinnert Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet. Über viele Jahre habe er die Betriebsausflüge als Ehrenkollege begleitet. Seine Teilnahme sei für viele selbstverständlich geworden und Ausdruck seiner engen Verbundenheit mit den Menschen im Rathaus. „Wir verlieren einen außergewöhnlichen Lohner, dessen Wirken weit über seine Amtszeit hinausreicht.“

Über drei Jahrzehnte engagierte sich Hans Diekmann für die CDU im Rat der Stadt Lohne. Seit 1981 gehörte er dem Stadtrat an. Am 6. November 1991 wählten ihn die Ratsmitglieder mit einem hervorragenden Ergebnis zum ehrenamtlichen Bürgermeister und Ratsvorsitzenden. Dieses Amt übte er bis 2001 aus, anschließend blieb er bis 2011 stellvertretender Bürgermeister und Ratsvorsitzender. Für seine besonderen Verdienste verlieh ihm der Rat der Stadt Lohne 2012 die Ehrenbürgerwürde. Gewürdigt wurden damit sein uneigennütziger Einsatz sowie sein stets am Gemeinwohl orientiertes Handeln.

Mit dem Amt des Bürgermeisters verband Hans Diekmann stets eine besondere Haltung. Er war sich der Würde und Ehre, die mit dem Tragen der Bürgermeisterkette Hand in Hand gingen, jederzeit bewusst. Die Bürgermeisterkette verstand er nicht als Auszeichnung für die eigene Person, sondern als sichtbares Zeichen der Verantwortung gegenüber allen Bürgerinnen und Bürgern. Dieser Verantwortung fühlte er sich uneingeschränkt verpflichtet. Neben seinem kommunalpolitischen Engagement trug er über viele Jahre auch beruflich große Verantwortung. Fast sein gesamtes Berufsleben war er als Prokurist bei der Lohner Firma Auto Keimer tätig und meisterte über Jahrzehnte die Doppelbelastung aus verantwortungsvoller Berufstätigkeit und anspruchsvollem Ehrenamt.

Hans Diekmanns Verbundenheit mit Lohne begann schon in jungen Jahren. Bereits 1952 bestieg er den Lohner Kinderkönigsthron – ein frühes Zeichen seiner tiefen Verwurzelung im gesellschaftlichen Leben der Stadt. Dieses Gefühl der Zugehörigkeit begleitete ihn sein ganzes Leben. Er engagierte sich früh für die Gemeinschaft und karitative Belange, übernahm Verantwortung in Kirche und Vereinen und brachte seine Erfahrung später als stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirats ein. Darüber hinaus vertrat er die Stadt unter anderem im Vorstand der Musikschule, des Industrie Museums Lohne, in der GeWoBau sowie im Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund. Ehrenamt war für ihn nie Selbstzweck, sondern Ausdruck seiner Verantwortung für die Gemeinschaft.

Seine enge Verbundenheit mit seiner Heimat zeigte sich aber nicht nur in öffentlichen Ämtern. Bis zuletzt hielt er den Kontakt zu seinen ehemaligen Klassenkameraden der Knabenschule in Lohne. Bereits 1988 rief er das erste Klassentreffen seines Jahrgangs ins Leben und sorgte dafür, dass sich die Gruppe fortan im Abstand von fünf Jahren in Lohne wiedertraf – zuletzt im Jahr 2018. Dabei war Hans Diekmann weit mehr als Organisator. Mit großer Freude führte er seine ehemaligen Mitschüler durch die Stadt, berichtete kenntnisreich von ihrer Entwicklung und zeigte ihnen bei Rundfahrten und Spaziergängen, wie sich „sein Lohne“ seit dem letzten Wiedersehen verändert hatte. Die Entwicklung seiner Heimatstadt erfüllte ihn sichtbar mit Stolz.

Viele Entscheidungen, die Lohne bis heute prägen, tragen seine Handschrift. Während seiner kommunalpolitischen Tätigkeit wurden wichtige Weichen für die Entwicklung der Infrastruktur sowie des Verkehrs-, Schul- und Bildungswesens gestellt. Zu seinem politischen Vermächtnis gehört auch die umfassende Innenstadtsanierung der 1980er-Jahre. In diesem Zusammenhang entstand der Brunnen „Ego Lohne“ auf dem Alten Markt.

Dass Hans Diekmann dieses Stück Stadtgeschichte bis zuletzt am Herzen lag, zeigte sich noch im vorvergangenen Jahr. Gemeinsam mit den Ehrenbürgern Benno Dräger und Hans Georg Niesel setzte er sich öffentlich für den Verbleib des Brunnens am Alten Markt ein. Für ihn war der Brunnen weit mehr als ein Kunstwerk – er stand für die gelungene Umgestaltung der Innenstadt, die er politisch mit begleitet hatte, und für ein Stück Lohner Identität, das aus seiner Sicht untrennbar mit diesem Ort verbunden war.

Sein langjähriger Weggefährte und damalige Stadtdirektor Hans Georg Niesel, mit dem Hans Diekmann während seiner zehnjährigen Amtszeit als ehrenamtlicher Bürgermeister von 1991 bis 2001 die Geschicke der Stadt leitete, erinnerte sich anlässlich der Abschaffung der Zweigleisigkeit an die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Worten: „Wir waren ein gutes Gespann. Du hast mir in schwierigen Entscheidungen mit Rat und Tat zur Seite gestanden.“

Diese Worte beschreiben treffend, was Hans Diekmann auszeichnete. Er verstand Politik nie als Bühne für die eigene Person, sondern als gemeinsame Aufgabe. Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, auch in schwierigen Situationen besonnen Entscheidungen zu treffen, prägten sein Handeln.

Die Stadt Lohne verliert mit Hans Diekmann einen außergewöhnlich engagierten Bürger, einen überzeugten Kommunalpolitiker und einen Menschen, dessen Herzlichkeit viele in Erinnerung behalten werden. Sein Wirken hat die Entwicklung Lohnes über Jahrzehnte mitgeprägt. Noch mehr aber wird vielen seine menschliche Art in Erinnerung bleiben – seine Bescheidenheit, seine Zugewandtheit und sein aufrichtiges Interesse an den Menschen.

Für Hans Diekmann war Lohne nie nur der Ort seines politischen Wirkens. Es war seine Heimat – eine Stadt, deren Entwicklung er über Jahrzehnte mitgestaltete und deren Menschen ihm bis zuletzt am Herzen lagen.

Die Stadt Lohne wird Hans Diekmann ein ehrendes Andenken bewahren. Den Angehörigen gilt ihre aufrichtige Anteilnahme.

 
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