Auf Brautschau in der Schule

Veröffentlicht am: 20.06.2017

Marktplatz der Berufe: Firmen gesucht

Vorstellung Marktplatz der Berufe

Wollen Schüler und Firmen zusammenbringen (von links) Anne Nußwaldt, Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer, Gert Kühling (alle Stadt Lohne), Irmtrud Rießelmann, Rainer Meyer (beide KKV), Magdalena Böckmann (Stegemannschule), Cornelia Roth und Cedric Liebrum (beide Realschule Lohne). Foto: Cornelia Rothkegel-Hartke, Stadt Lohne

Maler, Maurer, Krankenschwestern – was hinter diesen Berufen steckt, davon haben wohl die meisten Jugendlichen zumindest eine ungefähre Vorstellung. Was aber macht eigentlich eine Verwaltungsfachangestellte den ganzen Tag? Und womit beschäftigt sich jemand, der in der Druckvorstufe arbeitet? Fragen, die der Marktplatz der Berufe am 24. und 25. August in der Stegemannschule und der Realschule Lohne an der Meyerhofstraße klären soll.

Doch zunächst heißt es für die Organisatoren von Stegemannschule, Realschule Meyerhofstraße, dem Lohner Orts-Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) und der Stadt: Firmen finden. Firmen, die Ende August den Schülern erst einen theoretischen Blick hinter die Werkstore gewähren, und am Samstag eine Woche später (2. September) beim Tag der offenen Betriebe nochmal ganz praktisch in ihre Arbeit einführen. Wobei: So ganz theoretisch ist auch der Augusttermin nicht – durchlaufen die Schüler doch einen kleinen Parcours an den Firmenständen.

Für Schüler wie Unternehmen seien beide Veranstaltungen auf jeden Fall gewinnbringend, ist Cornelia Roth, Lehrerin der Realschule Lohne und Initiatorin des Projektes, überzeugt. „Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist das eine einfache Art, miteinander in Kontakt zu kommen.“ Und sie ergänzt überzeugt: „Die Lohner Talente, die unsere Region mit ihrem Können bereichern werden, sitzen in unseren Schulen.“

Der KKV übernimmt nun in den kommenden Wochen die Aufgabe, die Lohner Unternehmer anzusprechen. „Als kaufmännischer Verein fungieren wir als Bindeglied zwischen Schule und Wirtschaft“, sagt Irmtrud Rießelmann vom Vorstands-Team, selbst Inhaberin einer Druckerei. „Bei der ersten Auflage im vergangenen Jahr waren elf Betriebe aus ganz verschiedenen Bereichen dabei – von der Gesundheits- und Krankenpflegeschule bis zur Zimmerei. Schön wäre, wenn wir wieder einen solchen Branchen-Mix hinbekämen.“

Fest steht schon jetzt: Als neuer Ausbildungsbetrieb dabei ist in diesem Jahr die Stadtverwaltung. „Voraussetzung, um Verwaltung zu lernen, ist ein guter Realschulabschluss“, betont Gert Kühling, Allgemeiner Vertreter und Personalchef im Rathaus. „Der Marktplatz der Berufe bietet uns daher eine gute Möglichkeit, auf einfache Weise mit potentiellen Auszubildenden in Kontakt zu kommen.“

Das allerdings ist nicht der einzige Grund, warum sich die Stadt als Kooperationspartner engagiert. „Im Kontakt mit den Firmen hören wir immer wieder, dass ihnen gutes Personal fehlt. Wir finden es toll, dass zwei Schulen hier versuchen, Abhilfe zu schaffen. Sie zeigen den Schülern, welche Möglichkeiten sie vor Ort haben, und gleichzeitig können die Firmen sich frühzeitig den Schüler präsentieren“, sagt Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer.

Angesprochen mit dem Marktplatz der Berufe sind die 8. beziehungsweise 9. Klassen der Stegemannschule sowie der Meyerhof-Realschule – Schüler also im Alter von 14 bis 16 Jahren. Zum Tag der offenen Betriebe am 2. September, den es so in Lohne in diesem Jahr zum ersten Mal gibt, sind hingegen alle interessierten Schüler und ihre Eltern willkommen. Die Idee dazu stammt übrigens aus Visbek, wo seit einigen Jahren auf diese Weise um die jungen Köpfe geworben wird.

„Gerade in unserer Region haben junge Menschen so viele Möglichkeiten. Wenn man erstmal weiß, was man beruflich machen möchte, kann das einem einen ganz neuen Motivationsschub  für die Schule geben. Denn mit einem Ziel vor Augen lernt es sich leichter“, sagt Cornelia Roth. Zum Abschluss haben alle Kooperationspartner noch einen Wunsch: dass nicht nur die Schüler ihre Chance ergreifen, sondern auch die Firmen. Und mitmachen, wenn der KKV demnächst bei ihnen anklingelt.