Existenz-Gründercoaching endet mit starkem Netzwerkabend
Auf dem Podium: Erster Stadtrat Gert Kühling (links), Bürgermeister Kristian Kater.
Mit dem Event „Start-up meets Mittelstand“ im Innovationscampus Lohne ist das gemeinsame Existenzgründer-Coaching der Städte Vechta und Lohne erfolgreich zu Ende gegangen. Knapp 100 Zuhörerinnen und Zuhörer aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft, darunter Vechtas Bürgermeister Kristian Kater und Lohnes Erster Stadtrat Gert Kühling, erhielten Einblicke in die Ergebnisse der Coachingreihe. Sie diskutierten über die Potenziale der Zusammenarbeit zwischen jungen Unternehmen und etabliertem Mittelstand.
Zehn Gründerteams hatten am Programm der Wirtschaftsförderungen aus Vechta und Lohne teilgenommen. In vier intensiven Workshops entwickelten sie ihre Geschäftsideen weiter, schärften ihre Geschäftsmodelle und bauten ihre unternehmerischen Kompetenzen aus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lobten insbesondere die praxisnahen Inhalte der Workshops und die individuelle Begleitung. Außerdem sei durch das Programm ein wertvolles Netzwerk entstanden.
„Unsere Gründerteams haben eindrucksvoll deutlich gemacht, welches Innovationspotenzial in der Region steckt“, sagte Wirtschaftsförderin Anne Nußwaldt (Lohne). Während des Programms sei mehrfach deutlich geworden, wie wichtig Start-ups für die Zukunftsfähigkeit eines Wirtschaftsstandortes seien. Ihr Kollege Matthias Hartz (Stadt Vechta) stimmte zu: „Neue Unternehmen bringen nicht nur frische Impulse in die Region, sie schaffen gleichzeitig Arbeitsplätze und stärken die Wettbewerbsfähigkeit vor Ort.“ Das Existenzgründer-Coaching soll daher im Jahr 2027 erneut angeboten werden.
Hintere Reihe von links: Gert Kühling, Anne Nußwaldt (beide Stadt Lohne), Andre Menke (Crafted Filmproduktion GmbH), Victor Große Macke (Seedhouse Osnabrück), Matthias Hartz (Stadt Vechta); vordere Reihe von links: Timo und Hannes Kamphaus (EventAlert), Tim Brand (secunow), Kevin Brechters (emptorio).
Beim Abschlussevent beleuchtete Victor Große Macke die Rolle von Start-ups als Innovationsmotor für den Mittelstand genauer. Der Leiter des Mittelstands-Accelerators beim Seedhouse, einem Start-up-Zentrum in Osnabrück, erklärte in seinem Vortrag, Start-ups seien besonders schnell, flexibel und experimentierfreudig. Der Mittelstand wiederum biete jungen Unternehmen durch Aufträge und Kooperationen das notwendige Umfeld, um Ideen zur Marktreife zu bringen. Entscheidend sei, die Zusammenarbeit von Beginn an im richtigen Rahmen zu denken. „Wirkung entsteht erst, wenn aus der schnellen Idee ein echter Anwendungsfall wird – und der findet sich hier, im Mittelstand der Region“, betonte Große Macke.
Einen persönlichen Einblick in die Unternehmerpraxis gab André Menke-Zumbrägel. In seinem Impulsvortrag schilderte er seinen Weg vom Gründer zum erfolgreichen Unternehmer. Eine seiner zentralen Botschaften lautete: „Vertrauen ist das Wertvollste, was dir jemand schenken kann.“ Wenn etablierte Unternehmen Gründerinnen und Gründern die Chance gäben, ihre Ideen in der Praxis zu erproben, entstünden Wachstumsmöglichkeiten, von denen beide Seiten profitierten.
Zu den Höhepunkten des Abends zählten die Kurzvorträge von drei Teilnehmern der Existenzgründer-Workshopreihe. Den Auftakt machten Hannes und Timo Kamphaus, Gründer von EventAlert. Ausgehend von einem ganz praktischen Problem – dem Getränkenachschub beim Kroger Osterfeuer – entwickelten sie eine App für größere Veranstaltungen, die die Organisation und Kommunikation im Eventbereich erleichtert.
Anschließend präsentierte Kevin Brechters, Gründer von emptorio, eine KI-gestützte Softwarelösung, die Gebäudebetreiber dabei unterstützt, mehr Transparenz und Sicherheit bei der Umsetzung ihrer Betreiberverantwortung zu schaffen.
Den Abschluss bildete Tim Brand von Secunow. Er zeigte auf, warum IT-Sicherheit längst kein reiner Kostenfaktor mehr ist, sondern für Unternehmen jeder Größe zu einem unverzichtbaren Bestandteil ihrer Geschäftstätigkeit geworden ist.
Beim anschließenden Get-together nutzten die Gäste die Gelegenheit, ihr Netzwerk weiter auszubauen und neue Kontakte zu Gründern, Mittelstand, Wissenschaft und weiteren Akteuren der regionalen Wirtschaft zu knüpfen.

