Millionen-Projekt startet: Erster Spatenstich für neues Hallenbad
Beim symbolischen ersten Spatenstich für das neue Hallenbad in Lohne griffen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Planung und Bauunternehmen gemeinsam zur Schaufel.
Auf dem Gelände gegenüber der Aula des Gymnasiums rollen seit einigen Wochen die ersten Bagger, nun folgte auch offiziell der symbolische Startschuss: Mit dem ersten Spatenstich haben die Stadt Lohne und der Landkreis Vechta am Mittwoch den Bau des neuen Hallenbades an der Straße An der Kirchenziegelei eingeläutet. Dort entsteht in den kommenden zwei Jahren ein Sportbad, das künftig den Schul- und Vereinssport ebenso aufnehmen soll wie den öffentlichen Badebetrieb.
Für die Stadt Lohne ist das Projekt eines der größten kommunalen Bauvorhaben der vergangenen Jahre. „Der Neubau des Hallenbads stellt eine bedeutende und wichtige Investition in die Infrastruktur unserer Stadt dar“, sagte Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet. Man habe sich bewusst für ein funktionales Sportbad entschieden, das die Anforderungen von Schulen, Vereinen und öffentlicher Nutzung gleichermaßen berücksichtige.
Der Neubau markiert zugleich einen grundlegenden Wandel in der Lohner Bäderlandschaft. Bislang gibt es in der Stadt zwei Hallenbäder – das Bad am Gymnasium sowie das Bad in der Kreissporthalle. Beide Einrichtungen befinden sich in Trägerschaft des Landkreises Vechta, gelten inzwischen jedoch als technisch und baulich überaltert. Nach Fertigstellung des Neubaus sollen die bisherigen Anlagen voraussichtlich geschlossen werden. Künftig werden die Schwimmzeiten an einem zentralen Standort gebündelt. Bauherrin und spätere Betreiberin des neuen Hallenbades ist die Stadt Lohne.
An den Baukosten beteiligt sich auch der Landkreis Vechta. Hintergrund ist, dass zahlreiche kreiseigene Einrichtungen – darunter das Gymnasium Lohne sowie die berufsbildenden Schulen mit insgesamt rund 5.000 Schülerinnen und Schülern – das neue Hallenbad künftig ebenfalls nutzen werden. Bürgermeisterin Voet sprach von einem „zukunftsfähigen Modell“ und lobte die enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis als Beispiel gelungener interkommunaler Kooperation.
Auch Landrat Tobias Gerdesmeyer hob die partnerschaftliche Zusammenarbeit hervor. Der Neubau sei nicht nur für die Stadt Lohne, sondern für den gesamten Bildungs- und Sportstandort von großer Bedeutung. Er freue sich, dass mit dem gemeinsamen Projekt ein modernes Hallenbad entstehe, das Schulen, Vereinen und Öffentlichkeit langfristig gute Bedingungen biete.
Wie eng das Projekt zwischen Stadt und Landkreis abgestimmt wurde, zeigte sich bereits in der Planungsphase. Über Monate hinweg begleitete ein Arbeitskreis mit Vertreterinnen und Vertretern aus Schulen, Vereinen, Politik und Verwaltung die Entwicklung des Hallenbades. Dabei ging es nicht nur um die Größe der Becken oder die Raumaufteilung, sondern auch um Fragen des späteren Betriebsalltags – etwa Umkleidesituationen für Schulklassen, Trainingsbedingungen für Vereine oder barrierefreie Zugänge.
Architekt Jochen Batz vom Planungsbüro Krieger Architekten Ingenieure hob diese Zusammenarbeit hervor. Viele Hinweise aus dem Arbeitskreis seien direkt in die Planung eingeflossen. Dadurch sei frühzeitig deutlich geworden, welche Anforderungen das Bad im Alltag erfüllen müsse. Gerade die enge Abstimmung mit den späteren Nutzergruppen habe geholfen, praktische Lösungen zu entwickeln und die Akzeptanz des Projekts zu stärken.
Das neue Hallenbad entsteht auf einem rund 3.300 Quadratmeter großen Grundstück. Geplant ist ein Gebäude mit einer Bruttogrundfläche von rund 3.470 Quadratmetern. Kernstück wird ein 25 Meter langes Sportbecken mit sechs Bahnen, Startblöcken und einem 1-Meter-Sprungbrett. Ein teilweise höhenverstellbarer Hubboden soll eine flexible Nutzung ermöglichen – etwa für Schwimmkurse oder unterschiedliche Trainingsgruppen. Ergänzt wird die Anlage durch ein separates Lehrschwimmbecken mit Hubboden und Wassergewöhnungstreppe.
Auch bei Technik und Bauweise setzt die Stadt auf eine langfristige Nutzung. Vorgesehen sind unter anderem Photovoltaik auf dem Dach, Gründachflächen, Luft-Wärmepumpen sowie eine energieeffiziente Gebäudetechnik. Im Innenbereich sind Sammelumkleiden für Schulen und Vereine ebenso geplant wie Einzel- und Familienumkleiden.
Die Gesamtkosten liegen nach aktuellem Stand bei rund 25,8 Millionen Euro. Zusätzlich erhält das Projekt Fördermittel des Landes Niedersachsen in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus dem Sportstätteninvestitionsprogramm.
Wenn der Zeitplan eingehalten werden kann, soll das neue Hallenbad im Frühjahr 2028 eröffnet werden.

