Neue Streetart schmückt Stromkästen in der Innenstadt
Freuen sich über gestalteten Verteilerschrank vor dem Industriemuseum: Museumsleiter Raphael Schmitt, Grafikerin Carola Welter, Anne Nußwaldt vom Stadtmarketing, Streetartist Nils Freye und Gerhard Niemann von der EWE (von links).
Bunte Motive mit Bezug zur Stadtgeschichte und zur Lohner Identität schmücken ab sofort weitere Stromkästen in der Innenstadt. An der Vogtstraße und an der Küstermeyerstraße sind neue Kunstwerke entstanden, die typische Lohner Themen und Traditionen aufgreifen. Auftraggeberin des Projekts ist die Stadt Lohne. Unterstützt wurde die Aktion von dem Energieversorger EWE, der die Stromkästen zur Verfügung stellte.
Der Stromkasten an der Küstermeyerstraße, direkt vor dem Industriemuseum, greift – passend zum Standort – mehrere Stationen der Lohner Stadt- und Industriegeschichte auf. Zu sehen ist unter anderem die Gans als Erinnerung an die Gänsekiele, aus denen früher Schreibfedern gefertigt wurden – Ausgangspunkt der wirtschaftlichen Entwicklung Lohnes in den vergangenen Jahrhunderten. Außerdem sind typische Produkte der hiesigen Kunststoffindustrie dargestellt, etwa Verschlusskappen, Pflanztöpfe oder Seifenblasendosen. „Fast jeder in Deutschland hat ein Stückchen Lohne zu Hause“, verdeutlicht das Motiv, welches Know-how hinter den Werkstoren der Lohner Unternehmen sitzt.
An der Vogtstraße zeigt das neue Motiv marschierende Schützen – ein Verweis auf das Lohner Schützenfest, das als größtes Schützenfest der Region gilt und für viele Lohnerinnen und Lohner Jahr für Jahr ein besonderer Höhepunkt ist. Es dürfte der Öffentlichkeit bekannt vorkommen, war es ursprünglich an anderen Stromkästen an der Vogtstraße aufgesprüht. Nach einem PKW-Unfall waren die Verteilerkästen vollständig zerstört worden. Die Stadt musste daraufhin einen neuen Standort finden.
An der Vogtstraße sprühte Nils Freye marschierende Schützen auf die Stromkästen.
Die Streetart-Arbeiten wurden erneut vom Künstler Nils Freye im Auftrag der Stadt umgesetzt. Die Entwürfe stammen von der Lohner Werbegrafikerin Carola Welter.
„Die Motive sind sehr individuell und erzählen etwas über Lohne“, sagt Anne Nußwaldt, Leiterin des Stadtmarketings der Stadt Lohne, die die Gestaltung der Stromkästen in der Innenstadt betreut. Und sie ergänzt: „Bis ein Stromkasten gestaltet werden kann, sind viele Vorarbeiten und Abstimmungsprozesse notwendig. Gerade die Zusammenarbeit mit der EWE verläuft immer sehr unkompliziert und konstruktiv.“
Auch der Energieversorger begrüßt die Gestaltung der Stromkästen. „Wir unterstützen solche lokalen Initiativen gerne“, sagt Gerd Niemann von der EWE. „Die Motive werten die sonst eher tristen Kästen deutlich auf und helfen gleichzeitig dabei, wilde Graffitis zu verhindern.“
Streetartist Nils Freye arbeitete jeweils mehrere Tage an den Motiven. „Für einen Kasten brauche ich etwa 5 bis 6 Tage“, berichtet der Künstler. Besonders freue ihn das direkte Feedback aus der Bevölkerung: „Viele Menschen bleiben stehen, schauen zu und sprechen mich an. Die Rückmeldungen sind durchweg positiv.“
Seit 2021 wurden bereits fünf Standorte von Strom- und Verteilerkästen im Stadtgebiet künstlerisch gestaltet.
Finanziert wird das Projekt aus dem Verfügungsfonds der Städtebauförderung der Stadt Lohne. Der Fonds unterstützt Projekte, die zur Aufwertung und Belebung der Innenstadt beitragen. Ziel ist es, gemeinsam mit lokalen Akteuren Maßnahmen umzusetzen, die das Stadtbild verbessern und die Aufenthaltsqualität erhöhen. Unterstützt werden dabei unter anderem kreative Ideen, Aktionen und kleinere bauliche Maßnahmen mit öffentlichem Nutzen

