Regenwasser im Fokus: Lohne Teil von Forschungsprojekt des OOWV
Im Sommer ist der Schulhof der Von-Galen-Grundschule ein sehr trockener Platz. Eine bessere Regenwassernutzung kann die Qualität des Schulhofs deutlich steigern.
Die Stadt Lohne beteiligt sich gemeinsam mit dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) am Forschungsprojekt „aqua³“. Gegenstand des Projekts ist die Untersuchung von Möglichkeiten für einen angepassten Umgang mit Regenwasser in bestehenden Stadtquartieren. Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit war das von der Stadt Lohne erarbeitete Quartierskonzept für den Bereich Mühlenkamp. In diesem Quartier liegt auch die Von-Galen-Schule, die in die Untersuchungen einbezogen wird.
Das Quartierskonzept Mühlenkamp wurde von der Stadt Lohne als fachliche Grundlage für Klimaschutz und Klimaanpassung erstellt. Es zeigt auf, wie ein bestehendes Wohngebiet schrittweise weiterentwickelt werden kann – unter anderem im Hinblick auf Energie, Grünflächen und den öffentlichen Raum. Konkrete Maßnahmen ergeben sich daraus nicht automatisch, sondern bedürfen jeweils gesonderter Prüfungen und Entscheidungen.
Das Forschungsprojekt „aqua³“ greift diese Vorarbeiten auf. Im Projekt wird untersucht, wie Regenwasser im Quartier gespeichert, genutzt oder versickert werden kann. Ziel ist es, fachliche Erkenntnisse für einen möglichen künftigen Umgang mit Regenwasser zu gewinnen.
„Wie können wir Regenwasser als Ressource anders bewirtschaften und so Klimafolgen abmildern – das ist die zentrale Fragestellung des Projektes“, erklärt OOWV-Klimaanpassungsmanagerin Julia Oberdörffer.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Neben dem OOWV und der Stadt Lohne ist in der Region auch die Stadt Oldenburg als Projektpartner beteiligt. Zudem wirken wissenschaftliche Einrichtungen, unter anderem die Leibniz Universität Hannover, an dem Forschungsvorhaben mit. Die Beteiligung der Stadt Lohne erfolgt im Rahmen der Projektarbeit und der Bereitstellung fachlicher Grundlagen.
Ein weiterer Untersuchungsgegenstand ist die bestehende Entwässerungsinfrastruktur. Dabei wird geprüft, welche Rolle alternative Formen des Regenwassermanagements künftig spielen könnten. „Wichtig bei diesen Betrachtungen ist es, die Entwässerungsinfrastrukturen mitzudenken“, erläutert OOWV-Regionalleiter Kay Schönfeld. „Denn diese müssen auch an die Folgen des Klimawandels angepasst werden.“ Im Projekt werde daher geprüft, „ob und wie durch ein angepasstes Regenwassermanagement auf Regenwasserkanäle langfristig verzichtet werden kann“.
Die Von-Galen-Schule wird als Teil des Quartiers Mühlenkamp in die fachlichen Untersuchungen einbezogen. Ziel ist es, Erkenntnisse für den Umgang mit Regenwasser auf Schulgeländen und vergleichbaren öffentlichen Flächen zu gewinnen.
„Für die Stadt Lohne liefert das Projekt aqua³ wertvolle Ansätze, wie wir die Quartiere angesichts zunehmender Hitze, langen Trockenphasen und Starkregenereignissen umgestalten können“, betont Sandra Mezger, Klimaschutzmanagerin der Stadt Lohne. Ob und in welcher Form die Ergebnisse künftig berücksichtigt werden, ist nicht Gegenstand des Forschungsprojekts und bleibt gesonderten Entscheidungen vorbehalten.

