Stadt Lohne zeichnet für echte Ausdauer im Ehrenamt aus
Verleihung der Stadtmedaille in Gold an Klaus Kaulen, Stefanie Kathmann, Christoph Barkhoff und Uwe Moormann (vorne von links) durch den Stellvertretenden Bürgermeister Norbert Bockstette, dem Ersten Stadtrat Gert Kühling und der stellvertretenden Bürgermeisterin Elsbeth Schlärmann (hinten von links).
Die Stadt Lohne hat am Dienstag (5. Mai) im Ratssaal vier Persönlichkeiten für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement mit der Stadtmedaille in Gold ausgezeichnet. Geehrt wurden Nicolaus Kaulen, Christoph Barkhoff, Stefanie Kathmann und Uwe Moormann. Die Auszeichnung überreichte Erster Stadtrat Gert Kühling.
Seit mehr als 40 Jahren würdigt die Stadt Lohne mit der Stadtmedaille Menschen, die sich über viele Jahre hinweg in besonderer Weise für das Gemeinwesen einsetzen. Voraussetzung ist ein Engagement von mindestens zehn Jahren mit nachhaltiger Bedeutung für das gesellschaftliche Leben.
„Ehrenamt ist keine Selbstverständlichkeit“, betonte Kühling. „Es lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen, ohne im Mittelpunkt stehen zu wollen.“
Nicolaus Kaulen: Pionier des Lohner Handballsports
Nicolaus „Klaus“ Kaulen, 96 Jahre alt, gehört zu den letzten Zeitzeugen der Gründung des Handballsports in Lohne. Bereits 1945 war er Teil jener Gruppe, die den Handball in der Stadt aufbaute – unter einfachsten Bedingungen, ohne Infrastruktur, aber mit großer Begeisterung.
In den folgenden Jahrzehnten wirkte Kaulen als Spieler, Trainer und Organisator. Er förderte den Nachwuchs, führte Mannschaften und prägte die Entwicklung des Vereins nachhaltig. Auch überregionale Kontakte gehörten früh dazu: Bereits in den 1950er Jahren pflegte er Verbindungen zu anderen Vereinen, unter anderem nach Wusterwitz, die über Jahrzehnte Bestand hatten.
„„Wenn wir heute auf den Handballsport in Lohne schauen, dann dürfen wir eines nicht vergessen: All das hat irgendwo einmal klein angefangen. Und Sie waren einer derjenigen, die den Mut hatten, damit anzufangen.“, sagte Kühling.
Christoph Barkhoff: Organisator, der den Verein trägt
Christoph Barkhoff engagiert sich seit Jahrzehnten beim Sportverein Grün-Weiß Brockdorf. Begonnen hat er als Jugendbetreuer von der G- bis zur E-Jugend, später betreute er unter anderem eine Mädchenmannschaft sowie eine B-Jugend-Bezirksligamannschaft als Co-Trainer und Betreuer.
Seit 2010 ist er Mitglied des Vorstands und übernimmt als stellvertretender Jugendleiter und Vereinsspielleiter zentrale organisatorische Aufgaben: Er koordiniert den Spielbetrieb, organisiert Trainings- und Hallenzeiten und sorgt für einen reibungslosen Ablauf im Hintergrund. Ergänzt wird dieses Engagement durch seinen Einsatz bei Fußballcamps, als langjähriger Betreuer im Zeltlager mit rund 230 Kindern jährlich sowie als Ehrenamtsbeauftragter seit 2013.
Auch in besonderen Situationen übernahm Barkhoff Verantwortung, etwa als Corona-Beauftragter oder bei der Entwicklung eines Schutzkonzeptes für Kinder und Jugendliche im Verein.
„Sie stehen nicht im Mittelpunkt – aber Sie sorgen dafür, dass alles funktioniert. Und genau solche Menschen braucht das Ehrenamt“, so Kühling in Richtung Barkhoff.
Stefanie Kathmann: Engagement nah am Menschen
Stefanie Kathmann ist seit den 1980er Jahren in der kirchlichen Arbeit aktiv und engagiert sich in einer außergewöhnlichen Breite. Sie wirkt als Lektorin, Kommunionhelferin – auch im Krankenhaus – und begleitet Menschen in sensiblen Lebensphasen, insbesondere in der Sterbe- und Hospizbegleitung.
Darüber hinaus ist sie seit Jahrzehnten im Pfarreirat aktiv, organisiert den „Friedhofstreff“ als Ort der Begegnung, gestaltet Wortgottesdienste und engagiert sich im „Kleinen Kaufhaus“ des SkF. Über viele Jahre hinweg begleitete sie die Erstkommunion- und Firmvorbereitung und bringt als Religionslehrerin Kindern und Jugendlichen Glaubensinhalte näher.
Ein besonderes Element ihres Engagements sind die sogenannten Astronomie-Nachmittage, bei denen sie Kindern und Familien den Blick in den Sternenhimmel eröffnet – eine Verbindung aus Wissensvermittlung und Begeisterung.
„Sie sind eine Frau, die verbindet. Die gestaltet. Die trägt. Oder anders gesagt: Sie sind ein Glücksfall für unsere Stadt“, sagte Kühling.
Uwe Moormann: Verantwortung für ein Stück Stadtleben
Uwe Moormann stand von 2016 bis 2026 an der Spitze des Schützenvereins Lohne mit rund 2.800 Mitgliedern. Zuvor war er bereits als Kassenwart und Adjutant aktiv und kennt den Verein aus unterschiedlichen Perspektiven.
In seine Amtszeit fällt unter anderem der Neubau der Schießsporthalle, ein zentrales Projekt für die Zukunft des Vereins. Darüber hinaus entwickelte er Strukturen weiter und stärkte das Miteinander im Verein. Bereits 2009/2010 war Moormann Schützenkönig in Lohne.
„Der Schützenverein ist kein Verein wie jeder andere.
Er ist Sinnbild für das, was Lohne ausmacht“, betonte Kühling. „Wer seinen Präsidenten stellt, trägt Verantwortung – nicht nur für einen Verein, sondern für ein Stück städtisches Leben.“

