In Lohne starten Stadt und EWE die Wärmewende

Veröffentlicht am: 20.11.2023
Startschuss fällt für die kommunale Wärmeplanung

Kommunale Wärmeplanung Kick OffGaben den Startschuss für die kommunale Wärmeplanung: Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet, Gerhard Niemann von der EWE Netz, Bauamtsleiter Ralf Blömer, Alexander Grote von der EWE Netz und die Klimaschutzmanagerin Sandra Mezger (von links).

Die Stadt Lohne setzt einen bedeutenden Schritt in Richtung umweltfreundlicher Wärmeversorgung. In Zusammenarbeit mit dem Energienetzbetreiber EWE NETZ aus Oldenburg startet die kommunale Wärmeplanung. Die gemeinsame Auftaktveranstaltung markiert den Beginn eines einjährigen Planungsprozesses mit dem Ziel, effektive und klimaneutrale Wärmeversorgung für Siedlungs- und Gewerbegebiete im gesamten Stadtgebiet bis 2040 zu entwickeln.

Drei Projekte laufen schon in Lohne

Die kommunale Wärmeplanung ist nicht nur wichtig, sondern auch verpflichtend gemäß dem bundesweiten Wärmeplanungsgesetz und dem niedersächsischen Klimagesetz. Städte wie Lohne müssen bis Ende 2026 einen solchen Plan erstellen. Bereits laufende Projekte, darunter die Wärmenetzplanung für das Schulzentrum mit einem geplanten Biogas-Blockheizkraftwerk (BHKW), zeigen, dass Lohne bereits aktiv auf dem Weg ist.

Ein weiteres Projekt ist das umfassende Quartierskonzept für das Gebiet „Mühlenkamp – An der Heide – Drostenweg“. Hierbei wird nicht nur die Umrüstung von Gebäuden betrachtet, sondern auch die Generierung von Fördermitteln und Steuererleichterungen für Anwohner. Zudem arbeiten private Investoren daran, Ortsteile mit nachhaltiger Wärme zu versorgen.

Mit digitalem Zwilling zielgenauer zur Lösung

Für die Weiterentwicklung der Wärmeplanung in Lohne werden umfangreiche Datensätze benötigt, beispielsweise Informationen über Heizsysteme, Energieverbrauch und das Potenzial für Photovoltaik-Anlagen. Diese Daten bilden die Grundlage für einen digitalen Zwilling der Stadt, der es ermöglicht, auf interaktiven Karten zu visualisieren, welche Stadtviertel für eine Verbindung zu einem Wärmenetz in Frage kommen. EWE NETZ setzt dafür eine Software ein. Mit diesem Werkzeug werden alle relevanten Daten zusammengeführt, übersichtlich dargestellt und es können daraus Maßnahmen abgeleitet werden. Weiterhin ermöglicht das Programm eine automatisierte, regelmäßige Aktualisierung in Form von Fortschreibungen und ein Controlling der Umsetzungsfortschritte.

Vorhandene Ressourcen sollen genutzt werden

Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet betont die Notwendigkeit, das Große und Ganze im Blick zu behalten und die bestmöglichen Entscheidungen für die Stadt zu treffen. „Unsere Stadt hat viel Potenzial, vor allem durch die starke Industrie. Wir sollten nicht nur darauf achten, Energie einzusparen, sondern auch bestehende Ressourcen, wie beispielsweise vorhandene Abwärme aus der Industrie, zu nutzen.“

Gemeinsam mit EWE NETZ entsteht jetzt der Fahrplan für eine klimafreundliche Zukunft in Lohne. „Wir freuen uns, dass wir den Auftrag von der Stadt Lohne erhalten haben, sie bei der Erstellung einer entsprechenden Wärmewendestrategie zu unterstützen. Dafür haben wir auf Basis langjähriger Erfahrungen mit der kommunalen Energieversorgung ein ganzheitliches Lösungspaket entwickelt. Es stellt sicher, dass alle gesetzlichen Anforderungen und die Bedürfnisse der Stadt Lohne berücksichtigt werden“, sagt Gerd Niemann, Kommunalbetreuer bei EWE NETZ.

Kommunale Wärmeplanung: Prozess in vier Schritten

In den nächsten zwölf Monaten wird die Klimaschutzmanagerin Sandra Mezger gemeinsam mit EWE NETZ intensiv am kommunalen Wärmeplan für die Stadt Lohne arbeiten. Dies beinhaltet eine gründliche Analyse der bestehenden Wärmeversorgung, die Erforschung nachhaltiger Wärmequellen und die Entwicklung von Szenarien für eine klimaneutrale Wärmeversorgung. Die konkrete Umsetzung startet dann mit Projekten in verschiedenen Stadtteilen und Gewerbegebieten über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Die kommunale Wärmeplanung ist nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Bürger von großer Bedeutung. Sie hilft bei der Auswahl der Energieversorgung für Neubauten und bei der Modernisierung von Gebäuden im Einklang mit den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes. Zukünftig sind fossile Heizungen nicht mehr zulässig, und die kommunale Wärmeplanung bietet Orientierung und Unterstützung bei Entscheidungen. Die Experten von EWE NETZ und der Stadt Lohne stehen dabei beratend zur Seite.

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